Zitat der Piraten: „Die Menschen erkennen, wenn sie belogen werden und fühlen sich sehr wohl in der Lage, eine eigene Meinung zu haben.“
 

Von den Piraten wurde 2013 die Idee ins Spiel gebracht, dass alleine ein Fensteraustausch im Rathaus für etwas mehr als eine halbe Mio EUR ausreichen würde. Das ist falsch. Bei einem Fensteraustausch müssen technische Mindestdämmwerte im Bereich der Wände eingehalten werden, das führt dazu, dass eine Aussendämmung angebracht werden muss. Dies wirkt sich bis in die Anschlüsse an Dachbereiche und angrenzende Wandflächen aus. Dazu kommt, dass bei neuen, dichten Fenstern mit einem Lüftungskonzept nachgewiesen werden muss, dass der erforderliche Mindestluftwechsel gewährleistet ist. In modernen öffentlichen Gebäuden funktioniert dieser in aller Regel nur über eine Lüftung bzw. Klimatisierung. Diese Kosten sind bisher nur zu einem absolut nötigen Teil bei der Sanierung berücksichtigt. Die Möglichkeit, in das bestehende Gebäude eine Lüftung / Klimatisierung einzubauen sind zudem begrenzt und erfordern einen hohen Aufwand.

In einem weiteren Schritt wird von den Piraten von einer energieautarken Gebäudesanierung für knappe 3Mio EUR gesprochen. Darin ist sogar noch Luft für ein Lasershowsystem enthalten (wozu das dienen soll, bleibt leider unbeantwortet). Die Nebenkosten (Planung etc.), welche bei öffentlichen Gebäude durchaus bis in die 25% der Baukosten gehen können, sind im Übrigen in keiner der bisher von den Piraten genannten Zahlen enthalten.

Die heute im Raum stehenden ~19 Mio für einen Neubau enthalten die Mehrkosten, welche durch die zukünftigen Novellierungen der Energieeinsparverordnungen (ENEV 2016 / GEG 2018) eingerechnet werden müssen. Es ist ein Betrag von 13% auf die Gebäudekosten aufgeschlagen worden.

Nach den anfänglichen ca. 12Mio für einen Neubau stehen heute ca. 19Mio an Gesamtkosten im Raum. Aufgrund der öfter seitens der UCW in den Ausschüssen bemängelten zu niedrig angesetzten Neubaukosten (unter Anderem für den Abriss) sind die Kosten in der letzten Änderung der Schätzung angehoben worden. Der weitaus grösste Teil der Kostensteigerung beruht allerdings darauf, dass die Baukosten jetzt auf einen Baubeginn in 2022 gerechnet sind. Eine jährliche Baukostensteigerung von ca. 33% und die erwähnte Einrechnung der Kosten für Energieeinsparung führen zu dieser Schätzung.

Seit Neuestem wird von den Piraten eine spekulative Gefahr des Aufschwimmens (damit ist das hochdrücken des in Bau befindlichen Baukörpers durch Hochwasser gemeint) in den Ring geworfen, mit weiteren exorbitanten Zahlen. Dass in potentiellen Hochwasserbereichen beim Bau mit Wasserhaltungsmassnahmen gerechnet werden muss, ist übliche Baupraxis. Das Aufschwimmen eines Baukörpern wird in der Regel durch die eigene Masse verhindert. Eine (nur als Annahme) ca. 1000qm grosse Tiefgarage hat eine Masse von ca. 1500to. Dazu kommen noch die darauf gebauten angenommenen 2 Geschosse mit ca. 2000to. Es stehen also mind. 3500to Masse einer Wasserverdrängung von ca. 2250to gegenüber – ergo, das Gebäude schwimmt nicht auf.

Kein einziger der genannten Beträge wurde bisher durch die Piraten schlüssig belegt. Eine bautechnische Erfordernis genannter Massnahmen wurde ebenso nicht belegt.

Fazit der UCW Olpe: Dem Zitat oben kann man nur zustimmen.